Info-Mappe zur Ausbildung
Hier können Sie die ausführliche Info-Mappe zu den Ausbildungen anfordern.

...mehr  

Kostenlose Yoga-Zeitschrift
Hier können Sie die Zeitschrift Yogavision kostenlos abonnieren.

...mehr  

Yoga-Bücher
Ganzheitliche Hilfe bei den verschiedensten Erkrankungen

...mehr  

AKTUELLES

Die nächsten Info-Tage zu den Ausbildungen

15.06.2012 Wien
16.06.2012 Kraig/Kärnten
16.06.2012 St. Pölten
16.06.2012 Yoga Park
17.06.2012 Wels
24.06.2012 Graz
24.06.2012 Bad Aussee
01.09.2012 Leutasch/Tirol

Vorbereitungs-Wochenenden

Nächstes Kennenlern- und Praxiswochenende zu den Ausbildungen: Fr. 06.7. - So. 08.7.2012

Starts der nächsten Ausbildungen:

Graz: 08.05.2012
Bad Aussee: 14.09.2012
Yoga Park: 14.09.2012
Wels: 14.09.2012
Tirol: 24.9.2012
Kärnten: 28.09.2012
St.Pölten: 28.09.2012
Graz: 29.9.2012
Wien: 05.10.2012









Die 5 klassischen Wege des Yoga

Die wesentlichen spirituellen Entwicklungen, Techniken und Gedankenansätze des Yoga können 5 grundlegenden Konzepten zugeordnet werden. Der Mensch findet auf unterschiedlichen Ebenen Ausdruck in seiner Welt, er manifestiert sich auf unterschiedlichen Existenzebenen, die in ihrer Summe seine menschliche Form ausmachen. Yoga strebt, wie wir gesehen haben, eine Transzendierung, ein Überschreiten der menschlichen Form an. So lag es nahe, diese Existenzebenen zu definieren, zu erforschen und Techniken und Vorgehensweisen zu entwickeln, die durch vollkommene Reinigung des jeweiligen Ebene menschlichen Ausdrucks zum Überschreiten der typisch menschlichen Existenzmodalitäten führen.
So identifizierte man fünf verschiedene Ausdrucks-Ebenen der menschlichen Form und definierte entsprechend fünf Yoga-Wege, die sich auf jeweils eine Ebene konzentrierten. Durch die vielfache Verwobenheit dieser Ebenen werden die jeweils anderen Aspekte in den Reinigungs- und Transformationsprozess eines bestimmten Yoga-Weges mit eingebunden und eine ganzheitliche Entwicklung des gesamten Wesens wird ermöglicht.
So wird in jedem der 5 Yoga-Wege ein bestimmter Aspekt unseres Wesens zu einem „spirituellen Katalysator“:
- Der Geist im Raja Yoga, >>
- die Energie im Hatha Yoga, >>
- das Erkennen im Jnana Yoga, >>
- die Handlungskraft im Karma Yoga >>
- und die emotionale Kraft im Bhakti Yoga >>

1. Raja Yoga
Raja Yoga, der „Königliche Weg“, setzt beim menschlichen Geist an: Der Geiste wurde als jene Kraft erkannt, die alles andere lenkt, die all unsere Probleme und Leiden erschafft und die folglicherweise auch helfen kann, unsere Probleme zu lösen und unser Leiden aufzuheben.
Die gedankliche Tätigkeit wird im klassischen Raja-Yoga als jener Schleier betrachtet, der uns vom Erkennen und Erfahren unseres göttlichen Seins abhält. So konzentriert sich der ca. im 2. Jahrhundert unserer Zeitrechnung von Patanjali beschriebene Raja-Yoga auf das Beruhigen der Gedankenwellen durch Innenschau und Meditation.
Eine wichtige Rolle im Prozess des Raja Yoga spielen unsere unbewussten Energien, die Samskaras (Eindrücke aus vergangenen Leben), Vasanas (Neigungen und Vorlieben) und Trishnas (Lebensdurst, Verlangen nach bestimmten Erfahrungen) sowie die Tätigkeit und Kontrolle der fünf Handlungsorgane (Hände, Füße, Mund, Ausscheidungs- und Fortpflanzungsorgan) und der fünf Wahrnehmungskräfte (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten).
Raja Yoga untersucht die Interaktion dieser verschiedenen Faktoren und Ebenen des menschlichen Geistes  untereinander sowie mit der Umwelt, stellt sie in Beziehung zum gesamten Kosmos und gelangt zu einem sehr klar beschriebenen Weg, durch Sinnes- und Geisteskontrolle zum Transzendieren der geistigen Ebene und damit zur Einswerdung mit dem kosmischen Bewusstsein zu gelangen.
Dieser Weg, nach seinen acht Stufen Ashtanga-Yoga (ashta = acht, anga = Glieder, Teile) genannt, führt von der Harmonisierung unserer äußeren und inneren Beziehungen über die Kontrolle von Körper, Lebensenergie und Sinnesorganen durch tiefe Meditation schließlich zur vollständigen Stille und Klarheit des Geistes, die die höchste Schau und Erfahrung des kosmischen Bewusstseins ermöglicht.

2. Hatha Yoga
Der „Yoga der Energie“ wird oft als Teil des Raja-Yoga betrachtet. Aufgrund der unterschiedlichen Ansätze und Techniken verdient es der Hatha Yoga jedoch, als eigenständigen Yoga-Weg eingestuft zu werden.
Hatha Yoga konzentriert sich auf die energetische Ebene des Menschen. Da die energetischen Muster gleichsam ein Spiegelbild der geistig-psychisch-emotionalen Bewegungen des Menschen sind, ist die Nähe zum Raja Yoga leicht zu erkennen.
Jedem Gedanken, jedem Gefühl, jeder Empfindung entspricht ein bestimmtes energetisches Muster, und so entspricht auch die Erfahrung der höchsten Einheit mit dem göttlich-kosmischen Prinzip einem bestimmten energetischen Prozess, den man als Erwachen, Aufsteigen und Einswerdung der Kundalini-Kraft mit dem Siva-Bewusstsein beschrieben hat.
Der Hatha Yoga strebt nun mit Übungen, die den Körper, die Atmung und energetische Muster im Körper direkt verändern, jenes Aktivieren der Kundalini-Energie an, die dem Still- und Transparentwerden des Geistes im Raja Yoga entspricht.
Abhängig von der verwendeten Technologie und Philosophie spricht man vom Hatha Yoga, Kundalini Yoga oder anderen verwandten Yoga-Wegen. Dieser im Vergleich mit den anderen Yoga-Arten relativ junge Weg der Kraft, der sich „erst“ in den letzten tausend Jahren entwickelt hat, setzt ein gut beschriebenes Instrumentarium von Körperübungen (Asanas), Atemübungen (Pranayamas), Reinigungstechniken (Kriyas) sowie spezifische energetische Lenk- und Sperrtechnologien (Mudras und Bandhas) ein, um nicht nur den Körper des/der Übenden zu einem in den klassischen Schriften beschriebenen „diamantenen Körper“ zu schmieden, sondern insbesondere die beschriebene energetische Veränderung, welche direkt der geistigen Erfahrung der Erleuchtung entspricht, herbeizuführen.
Dieser Weg des Körpers und der Körperenergie wurde im körperorientierten Westen mit großem Enthusiasmus aufgenommen; es entwickelten sich teils eigenständige Wege, die die Hatha-Yoga-Übungen mit gymnastischen und turnerischen Elementen verbanden, zu einer Art Power-Yoga. Weitere Entwicklungen setzen Hatha-Yoga-Techniken mit Erfolg für therapeutische Zwecke ein.
Der Hatha-Yoga ist unzweifelhaft der am meisten praktizierte Yoga im Westen. Für den Praktizierenden ist es von Bedeutung, sich einerseits das eigentliche Ziel des Hatha-Yoga vor Augen zu halten, andererseits zu berücksichtigen, dass der Hatha Yoga nicht nur aus Asanas besteht, sondern neben den anderen Techniken auch auf einer stabilen Grundlage der ethischen Reinheit im Alltag ruhen muss, will er zu ganzheitlich spirituellem Fortschritt führen, wie dies die Absicht der Begründer war.

3. Jnana Yoga
Der Yoga der Weisheit und der Erkenntnis geht auf die ungefähr dreitausend Jahre zurückliegende Zeit der Upanishaden zurück, die eine heute als Advaita Vedanta bezeichnete Philosophie beschrieben. Die yogische Transformation wird im Jnana Yoga allein durch das Erkennen von Zusammenhängen, insbesondere durch das Unterscheiden von Wirklich und Unwirklich erreicht. Es gilt, das Wirkliche als das Bleibende, als die Essenz des Seins, das Göttliche oder kosmische Prinzip von den sich stets verändernden äußeren Umständen, unserer oben beschriebenen menschlichen Form mit all ihren physischen, energetischen, geistigen und psychischen Manifestationen, welche aufgrund ihrer vergänglichen Natur als unwirklich betrachtet werden, zu unterscheiden.
Der Jnana-Yogi beginnt, die Seins-Verhältnisse zunächst theoretisch zu studieren, um sie dann zu kontemplieren und im Alltag auf jede Manifestation des Seins bewusst anzuwenden: Dies ist körperlich, jenes ist geistig. Meine Gedanken sind Geist, meine Gefühle sind vergänglich – dringe tiefer, tiefer, hinter den Geist, hinter die Gefühle, dringe tiefer, zum Urgrund allen Seins, zum Unmanifesten; verbinde dich mit diesem Urgrund, lasse dich in diese Essenz hineinsinken und fühle, dass dies deine wahre, unendliche Natur ist.
JnanaYoga wird als ein sehr direkter, sehr schneller Weg zur Befreiung bezeichnet, allerdings auch als der steilste und schwierigste.

4. Karma Yoga
Dieser sowohl auf Erkennen als auch auf Loslassen begründete Yoga-Weg des achtsamen und insbesondere des erwartungslosen Handelns wurde erstmals in der Bhagavad Gita vor über zweitausend Jahren beschrieben. Während andere Yoga-Richtungen das Üben von bestimmten meditativen oder energetischen Techniken in den Mittelpunkt ihres Systems stellen, zielt der Karma-Yoga auf die Bewusstheit beim alltäglichen Handeln: Karma bedeutet Handeln, Karma Yoga ist der Weg des Spiritualisierens unserer täglichen Handlungen, geht tatsächlich aber weit über das physische Handeln hinaus, denn auch jeder Gedanke, jeder Wunsch, jede Absicht ist eine Handlung.
Das Loslassen des Ich-Empfindens beim Handeln, das Loslassen von Erwartungen verbindet sich im Karma Yoga mit der Yoga-Ethik, die auch allen anderen Yoga-Wegen zugrunde liegt: Der Yogi versucht in seinem Handeln unter anderem, niemanden zu verletzen oder auf andere Weise zu schädigen, wahrhaftig zu sein und seine Sinne zu kontrollieren.
Das große Potential des Karma Yoga liegt darin, dass wir diesen Yoga während des ganzen Tages, so lange wir wach sind, üben können; er muss nicht auf den oft recht bescheidenen Zeitraum, den man sich von seinen täglichen Aufgaben zurückziehen kann, beschränkt werden. Karma Yoga ist der wahre Yoga im Alltag.
Der Weg des Karma Yoga ist mit zwei anderen Yoga-Wegen innig verbunden: Einerseits mit dem oben beschriebenen Jnana-Yoga, denn die Grundlage des Karma Yoga ist das Erkennen und die Einsicht, wer der wirklich Handelnde ist: Bin ich es, der handelt? Ist es meine Natur? Ist es Gott? Andererseits führt bewusster Karma Yoga zu dem nachfolgend beschriebenen Bhakti Yoga, indem die Handlungen und besonders deren Früchte Gott geopfert werden: So kann Karma Yoga direkt in den Bhakti Yoga münden: Unser Ego, das Ich-Empfinden wird durch Erkennen und Hingabe aufgelöst und ein allmähliches Freiwerden von karmischen Kräften erreicht.

5. Bhakti Yoga
Bhakti ist das Umwandeln von Emotion zu Devotion, von Emotionalität zu Hingabe an das Göttliche in und um uns. Gefühlsbetonte Menschen und solche mit stark religiösem Empfinden können auf diesem Weg sehr schnelle Fortschritte erzielen; es wird gesagt, dass Bhakti Yoga in diesem Zeitalter der einfachste und rascheste Weg zur Gottverwirklichung ist. Doch die in Gebeten, Gesängen und Ritualen sich ausdrückende Hingabe muss sich im Alltag fortsetzen, indem die Gegenwart Gottes immer intensiver empfunden wird. Bhakti Yoga ist der Weg der intensiven Liebesbeziehung zu Gott, die allmählich alle anderen Lebensaspekte überstrahlt und sich gleichzeitig in ihnen widerspiegelt.
Schließlich wird der Weg des Bhakti zum Ziel, zur lebendigen Gotteserfahrung, welche auch das Ziel aller anderen Yoga-Wege ist – so münden alle Yoga-Arten in die Erfahrung höchster Gotteseinheit, in der Erfahrung des Bhakti.

Integraler Yoga
In der Praxis wird nicht einer dieser Wege ausschließlich beschritten, wenn auch zumeist einer der Wege im Vordergrund der Aufmerksamkeit steht. Die volle Kraft des Yoga erfährt man erst, wenn man diese fünf Wege zu einem ganzheitlichen spirituellen Streben verbindet, welches man als Integralen Yoga bezeichnen kann. Denn die Vielseitigkeit und Komplexität sowohl unserer Welt als auch unserer persönlichen Natur legt einen ganzheitlichen und alle menschlichen Aspekte integrierenden Weg nahe: Wird unsere Natur auf allen Ebenen entwickelt und gereinigt, so sind die Fortschritte wesentlich schneller und leichter, aber auch fundierter, als wenn wir uns nur auf einen einzelnen Aspekt konzentrieren.


zurück