Stärkung der Verdauungskraft
Wenn wir Nahrung zu uns nehmen, setzen wir eine Kette von Prozessen in Gang, deren Endprodukt das Ziel unserer Ernährung ist: die spezifischen Moleküle, die unseren 75 Billionen Körperzellen alle Nährstoffe liefern, die sie zum reibungslosen Funktionieren brauchen. In unserem Körper findet ein hochkomplizierter Zerlegungs-, Umbau- und Aufbauprozess statt, der sämtliche Chemiefabriken der Welt überfordern würde - die Verdauung. Wir müssen zunächst verstehen, dass die gesündeste, ausgewogenste, reinste Ernährung nutzlos ist, wenn unsere Verdauung versagt. Wenn die Verdauung nicht gut funktioniert, wird JEDE Nahrung zum Problem und kann den Körper vergiften. Viele Menschen ernähren sich gesund, bewusst und ausgewogen und werden doch immer wieder krank. Das kann darauf zurückzuführen sein, dass die Verdauung aus dem einen oder anderen Grund nicht optimal abläuft.
Ebenso wichtig wie die Verdauung ist der Ausscheidungsprozess, bei dem der Körper beständig daran arbeitet, alle bei den Verdauungs- und anderen Stoffwechselvorgängen entstandenen Abfallprodukte auszuscheiden. Wenn diese Funktion gestört ist, entstehen sehr schnell gesundheitliche Probleme aufgrund der Selbstvergiftung des Körpers.
Was können wir tun, um die Verdauung und die Ausscheidung bei ihrer Arbeit zu unterstützen?
a. Verdauungsfördernde Körperübungen
Die meisten Yoga-Asanas wirken stimulierend auf die Tätigkeit der Verdauung und Ausscheidung, indem sie die verdauungssaftproduzierenden Drüsen und die Darmperistaltik anregen. Besonders wirksam sind Übungen, die sowohl die Verdauungskraft als auch die Ausscheidungskraft stärken, weshalb ihnen umso größere Bedeutung zukommt. Führt man zumindest zwei dieser Übungen täglich (mit leerem Magen!) durch, können Verdauungsprobleme bald der Vergangenheit angehören.
b. Tief und langsam atmen
Ebenso wie man ein Feuer durch Blasen anfachen kann, so stärkt man wichtige Prozesse der Verdauung (besonders die Assimilation feinstofflicher Inhalte und von Prana), indem man während des Essens öfters langsam und tief durchatmet.
c. Ruhe nach dem Essen
Wenn wir nach dem Essen sofort körperlich-geistig hochaktiv werden, schaltet unser Nervensystem wieder auf „Willkürliche Aktivität“; der Verdauungsaktivität wird damit Energie entzogen. zehn bis zwanzig Minuten Ruhen nach dem Essen hilft sehr, die Nahrung gut zu verwerten.
Auszug aus "Yoga für den Alltag
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