Yoga-Hilfe bei Allergien
Das Auftreten von Allergien hat in den letzten zwei Jahrzehnten drastisch zugenommen. Derzeit leidet durchschnittlich jeder vierte Mitteleuropäer unter allergischen Beschwerden. Unter einer Allergie versteht man eine überschießende Reaktion des Immunsystems nach Kontakt mit an sich harmlosen Stoffen, die von ihm jedoch als gefährlich eingestuft werden.
Die Ursachen für Allergien sind nicht endgültig geklärt. So werden unter anderem folgende Bedingungen für das Auftreten einer Allergie verantwortlich gemacht:
- genetische Veranlagung / Vererbung
- übermäßige hygienische Bedingungen (die dem Immunsystem ein Erlernen „richtiger“ Abwehrreaktionen erschweren) in der Kindheit (in Regionen mit niederen hygienischen Standards treten Allergien deutlich seltener auf)
- Umweltverschmutzung und Rauchen
- Stress und seelische Belastungen
- auch einige Medikamente und Impfungen stehen unter Verdacht, als Nebenwirkung allergische Reaktionen auszulösen.
Durch den Kontakt mit den verschiedensten Allergenen (Blütenpollen, Katzenhaare, Hausstaub, bestimmte Lebensmittel) kommt es besonders an den Schleimhäuten von Auge, Nase, Bronchien und Darm sowie an der Haut zu heftigen Reaktionen. Dazu zählen tränende Augen, laufende Nase, Asthmaanfall mit Luftnot, Durchfall, Ausschlag, Rötung und Jucken der Haut.
Hilfe durch Yoga
1. Bei der Allergie lehnt der Körper verschiedene Stoffe ab. Diese mangelnde Toleranz auf der körperlichen Ebene kann ein Hinweis auf ein ähnliches Verhalten auf der psychisch-sozialen Ebene sein: Wie tolerant sind wir Fremdem und Unbekanntem gegenüber? Fühlen wir uns leicht bedroht? Lehnen wir andere Menschen oder be-stimmte Dinge oder Verhaltensweisen ab? So wird es ein Ansatz auf der geistigen Ebene sein, im sozial-menschlichen Bereich an einer Öffnung und Toleranz zu arbeiten.
2. Die meditativen Techniken der Suggestion und des Visualisierens sind von großer Wirksamkeit, wie wiederholt nachgewiesen werden konnte. In einer entspannten sitzenden oder liegenden Haltung visualisiere man ein Gefühl der Öffnung, der friedvollen Verbundenheit mit allem Sein. Man kann die Übung in ihrer Wirkung noch verstärken, indem man beim Einatmen geistig „Friede“ oder „Liebe“, und beim Ausatmen „Entspannen“ oder „Loslassen“ wiederholt.
3. Da Allergien meist mit einem geringen Gesamtenergie-Niveau in Verbindung stehen, helfen alle Energie erhöhenden Techniken im Yoga, besondere die Asanas und Pranayamas. Ein vollständiges Übungsprogramm, das den eigenen Möglichkeiten angepasst ist, wird die Energie spürbar erhöhen. Ein Asana-Übungsprogramm wirkt nicht nur auf das Energieniveau, sondern durch sanfte Massage auf die Hormondrüsen ein, die ja mit Immunreaktionen in Zusammenhang stehen.
4. Unter den Asanas, die speziell für Allergien empfohlen werden, sind solche, die den Herzraum öffnen, etwa der Fisch und die Kobra. Auch vorsichtige Umkehrstellungen werden von einigen Schulen angeraten, jedoch abhängig von der Art und Schweregrad der Allergie.
5. Von großer Wirksamkeit können die klassischen Reinigungstechniken des Yoga sein, die Shatkriyas. Da Allergien Fehlfunktionen nicht nur der physischen Ebene sind, sondern aus energetischen Disbalancen entstehen, können die Reinigungstechniken, die eben auf dieser Ebene ansetzen, erstaunliche Erfolge erbringen. Besonders empfehlenswert ist die Nasenspülung, Jala Neti.
6. Insgesamt ist jedoch ein alle Aspekte umfassendes Anwenden des Yoga zu empfehlen, da sich die verschiedenen Elemente gegenseitig beeinflussen und stärken. So wird auch die Stille-Meditation (Atem- und Gedankenbeobachtung), das Gebet, konzentrierte Mantra-Rezitation, Entspannungsübungen und natürlich achtsame und mäßige Ernährung viel zu Linderung und Heilung der Allergie beitragen können.
Alle genannten „Yoga-Instrumente“ sollten eher als eine medizinische Betreuung begleitende und weniger als eine ausschließliche Maßnahme betrachtet werden.
Viele Personen, die unter Allergien leiden, und die auf der Suche nach Linderung und Heilung zum Yoga gekommen sind, geben an, dass sie deutlich seltener und weniger intensive Abwehrreaktionen zeigen: Das Niesen wird seltener, die Nase wird freier und das Kratzen im Hals und tränende Augen gemildert. Auch die Kopfschmerzen, die manche Arten von Allergien begleiten, werden seltener und schwächer.
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