Yoga und Ernährung II
Wenn wir wissen, welche Art von Nahrung welche Eigenschaft enthält und stärkt, so können wir durch Anpassen des Speiseplanes allmählich zu mehr Sattva und damit zu mehr Freude, Harmonie und Gesundheit finden. Betrachten wir jetzt die drei Gunas im einzelnen:
1. Sattva
Die Sattva-Nahrung lässt unseren Geist klar und ausgeglichen werden, kräftigt den Körper und hält ihn gesund und beweglich. Sattva-Nahrung ist rein, vollwertig, leicht verdaulich und von Natur aus schmackhaft. Sie bringt dem Körper frische Energie und lässt den Menschen seine Talente und Fähigkeiten voll entfalten. Die Sattva-Qualität herrscht in der Yoga-Nahrung vor. Man findet sie in den folgenden fünf Nahrungsmittelgruppen:
a. Vollkornprodukte wie Vollkornbrot und Vollkornnudeln. Vollreis, Hirse, Buchweizen, Dinkel, Grünkern und Gerste.
b. Hülsenfrüchte (diese müssen jedoch gut gekocht werden, um leicht verdaut werden zu können): Linsen, Bohnen, Erbsen und Sojaprodukte wie Tofu.
c. Gemüse gekocht und roh (im rohen Gemüse ist am meisten Prana, Lebensenergie, vorhanden). Es ist empfehlenswert, verschiedene Gemüsesorten zu essen, um ein großes Spektrum an Nährstoffen zu bekommen.
d. Obst, ebenfalls bevorzugt in roher Form, sowie Obstsäfte.
e. Milch und Milchprodukte. Bei bestimmten Erkrankungen (Asthma, Grippe) sollte man jedoch auf diese Nahrungsmittel verzichten.
Als sattvig gilt, die Nahrung ruhig und bewusst, im Geist der Dankbarkeit zu sich zu nehmen, langsam und gut zu kauen sowie nur mäßig viel zu essen. Es wird auch empfohlen, schweigend zu essen.
2. Rajas
Die Rajas-Nahrung stört unser geistig-körperliches Gleichgewicht, indem sie den Körper auf Kosten des Geistes ernährt. Rajas-Nahrung überreizt den Körper und erregt Leidenschaften; der Geist wird unruhig und unkontrollierbar.
• Scharfe Nahrungsmittel: Gewürze, starke Kräuter, Senf
• Stimulantien wie Kaffee und schwarzer Tee
• Fisch, Eier
• Süßigkeiten, Salz
• Allgemein sehr intensiv – scharf, bitter, sauer oder salzig - schmeckende Nahrung
• Sehr heiße oder sehr kalte Speisen
Es ist auch rajasig, hastig oder gierig zu essen, ungenügend zu kauen und zu viele verschiedene Nahrungsmittel bei einer Mahlzeit zu sich zu nehmen. Auch Sprechen und Lesen während des Essens wird als rajasig betrachtet.
3. Tamas
Tamasige Nahrung raubt dem Körper und Geist Kraft und Klarheit und macht uns träge. Die Abwehrkräfte des Körpers werden zersetzt und der Geist tendiert zu düsteren Empfindungen wie Neid, Ärger oder Habgier. Auch Depressionen und seelisches Ungleichgewicht können entstehen. Zu tamasiger Nahrung rechnet man:
• Fleisch
• Alkohol
• Zwiebel und Knoblauch
• fermentierte Lebensmittel wie Essig
• Pilze
• viele Drogen und Medikamente
Tamasig ist die Völlerei, das unachtsame Essen und der Tabakgenuss.
Wenn du versuchst, tamasige Lebensmittel zu vermeiden, rajasige Speisen zu reduzieren und dir vermehrt Nahrung der Sattva-Qualität zuzuführen, so wird davon nicht nur deine physische Gesundheit profitieren, sondern auch dein geistig-seelisches Befinden - Sattva-Nahrung macht den Menschen „als ganzes“ gesünder!
Auszug aus "Yoga für den Alltag"
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