Das Dreieck

Das Dreieck ist eine klassische und häufig praktizierte Standstellung. Sie beugt die Wirbelsäule zur Seite. Sie fördert die Entwicklung innerer Stärke, das Gefühl, „sich selbst tragen zu können“ und stärkt die Kontrolle über Geist und Körper. In Trikonasana mag auch die Erfahrung des Auslotens und des Überschreitens der eigenen Grenzen gemacht werden können.

Durchführung
1. Stehe in Grätschstellung, die Füße in einem Abstand von etwa einem Meter. Drehe den rechten Fuß um 90 Grad nach rechts aus, den linken Fuß um ca 30 Grad nach innen (Variation: Die Füße sind parallel). Spanne die Oberschenkelmuskeln leicht an, indem du sanft die Kniescheiben hoch ziehst, um deinen Stand zu stabilisieren.
2. Strecke die Arme mit der Einatmung zur Seite, sodass sie waagrecht zum Boden eine Gerade bilden. Strebe mit den Fingerspitzen auseinander – damit entsteht eine feste, starke Schulter-Armlinie. 
3. Bewege die gesamte Schulterlinie mit dem Ausatmen nach rechts, soweit es dir möglich ist, erst dann beugst du den Oberkörper herab. Lege die rechte Hand etwas unterhalb des rechten Knies ab, ohne das Bein zu belasten. Gib dabei acht, das Becken nicht zu drehen. In der Endstellung bilden die Arme und Schultern eine durchgehende, gerade Linie senkrecht zum Boden. Die linke Hand zieht nach oben, die Schulter-Arm-Linie bleibt stark.
4. Der Blick ist nach vorne oder oben gerichtet. Versuche, den Abstand zwischen Scheitel und Becken zu vergrößern, indem du den Oberkörper streckst und zu verlängern suchst. Strebe mit der linken Schulter und der linken Oberkörperseite bis zum Becken nach rückwärts, um dich nach oben öffnen.
5. Halte die Stellung bei ruhiger und gleichmäßiger Atmung fünf bis zehn Atemzüge lang.
6. Spanne die Muskulatur des Rumpfes an und komme langsam und kontrolliert wieder zum aufrechten Stand. Diese Bewegung sollte sich so anfühlen, als würdest du dich mit der linken Hand hochziehen. Führe die Übung zur anderen Seite durch.

Wirkungen
- Die Beweglichkeit im Bereich Becken - Lendenwirbelsäule wird verbessert, was die Wirkung der vorangegangenen Asanas ergänzt und verstärkt. 
- Psychisch erfordert bzw. fördert die Standstellung eine mehr aktive Haltung als die anderen sitzenden und liegenden Stellungen. In Kombination mit der intensiven Seitbeuge wird hier eine Aktivierung und Stimulierung aller Körpersysteme erreicht, die sich vom mehr physischem Ausdruck (wie Anregung der Verdauung und Ausscheidung) bis zu seelischen Bereichen (wie eine mögliche Milderung von Depressionen) auswirkt. 
- Durch die wechselseitige Kompression und Dehnung der Körperseiten wird auch auf alle inneren Organe eine wirkungsvolle Massage ausgeübt, die deren Funktion verbessert. 
- Die Notwendigkeit eines festen und stabilen Standes lässt unsere Fähigkeit wachsen, im Leben allgemein stabil und sicher zu sein: Unser Selbstvertrauen und unsere innere Kraft werden gestärkt.

Gegen-Anzeigen
Wenn die Übung bewusst und achtsam durchgeführt wird und die eigenen Grenzen respektiert werden, sind keine Gegenanzeigen vorhanden.